Familien-Service

Elternzeit

Elternzeit ist eine Freistellung vom Arbeitsverhältnis für Eltern, die ihr Kind selbst betreuen und erziehen. Um Elternzeit zu nehmen, muss kein Elterngeld beantragt werden. Allerdings wird während der Freistellung kein Gehalt ausgezahlt (wenn nicht in Teilzeit gearbeitet wird), daher wird in der Regel Elterngeld beantragt.

Anspruchsberechtigung

Elternzeit ist (im Gegensatz zu Elterngeld) nur für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen möglich (z.B. nicht für Promotionsstudierende ohne Arbeitsverhältnis oder Stipendiaten). Auch Beamtinnen und Beamte können Elternzeit nehmen. Anspruch auf Elternzeit besteht auch bei befristeten Arbeitsverhältnissen und für Hilfskräfte.

Anmeldung der Elternzeit - Anmeldefristen

Die Inanspruchnahme von Elternzeit wird dem/der zuständige*n Personalsachbearbeiter*in vom Elternteil über die/den Vorgesetzten formlos schriftlich mitgeteilt. Bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres eines Kindes muss die Elternzeit spätestens sieben Wochen vor ihrem Beginn angemeldet werden. Zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes muss die Elternzeit spätestens 13 Wochen vor ihrem Beginn angemeldet werden.

Hier können Sie eine formlose Mitteilung über Elternzeit herunterladen.

Dauer und Zeiträume

Pro Kind können maximal 36 Monate Elternzeit genommen werden. Davon können 24 Monate zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes eingesetzt werden. Die Elternzeit kann pro Elternteil in drei Zeitabschnitte aufgeteilt werden. Elternzeit ist auch für einzelne Monate, Wochen oder sogar Tage möglich. Bei der Inanspruchnahme von Elterngeld Plus verlängern sich die Zeiträume.

Eltern müssen gegenüber dem Arbeitgeber verbindlich festlegen, für welche Zeiträume innerhalb der ersten beiden Lebensjahre des Kindes Elternzeit genommen werden soll. Dabei kann jeder Elternteil Elternzeit beanspruchen – unabhängig davon, in welchem Umfang der Partner oder die Partnerin Elternzeit nutzt (zum Beispiel könnten beide Elternteile ab der Geburt für ein Jahr parallel Elternzeit nehmen). Eine nachträgliche Änderung der angemeldeten Elternzeit (Verlängerung, vorzeitige Beendigung, Umverteilung der Zeitabschnitte usw.) kann nur noch mit Zustimmung des Arbeitgebers erfolgen.

Die Elternzeitmonate sollten parallel zu den Elterngeldmonaten liegen, falls Elterngeld bezogen wird. Da Elterngeld nach Lebensmonaten des Kindes ausgezahlt wird und nicht nach Kalendermonaten, sollten auch die Elternzeitmonate nach Lebensmonaten des Kindes beantragt werden. Mögliche Daten wären z.B. "ab Geburt", "im Anschluss an den Mutterschutz" oder "Lebensmonat 4-8 des Kindes". Ein festes Datum muss nicht angegeben werden, wenn der Geburtstermin des Kindes noch nicht feststeht. Mütter können erst nach dem Mutterschutz Elternzeit nehmen.

Hier können Sie eine formlose Mitteilung über Elternzeit herunterladen.

Auswirkung auf das bestehende Arbeitsverhältnis/ Ausbildungsverhältnis/ Beamtenverhältnis auf Zeit

Arbeitsverhältnis: Während der Elternzeit ruht das Arbeitsverhältnis, besteht aber unverändert fort. Bestehen zum Beispiel Verpflichtungen in Gremien der Universität, ruhen diese bei 100 prozentiger Freistellung ebenfalls. Auch die Laufzeit zum Erwerb einer höheren Erfahrungsstufe im Tarifvertrag (Stufenlaufzeit) ruht bei 100 prozentiger Freistellung. Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber zahlt, außer bei der Wahrnehmung von Teilzeitarbeit, keine Bezüge. Als Einkommensersatz kann für eine gewisse Zeit Elterngeld bezogen werden.
Hat ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin mehr als einen Arbeitsvertrag, können die Arbeitsverhältnise gesondert betrachtet werden. Es kann z.B. in einem Arbeitsvertrag 100 Prozent Elternzeit genommen und im anderen in Teilzeit gearbeitet werden.
Für jeden vollen Monat der Elternzeit wird der Urlaubsanspruch um ein Zwölftel gekürzt, soweit während dieser Zeit nicht eine Teilzeitarbeit beim selben Arbeitgeber ausgeübt wird. Gegebenenfalls noch vorhandener Resturlaub wird nach Abschluss der Elternzeit im laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr gewährt.

Ausbildungsverhältnis: Da Auszubildende in puncto Elternzeit den anderen Beschäftigten der CAU gleichgestellt sind, haben auch sie einen Anspruch auf eine bis zu dreijährige Elternzeit. Was passiert dabei mit der angefangenen Ausbildung? Die Elternzeit wird nicht auf die Ausbildungszeit angerechnet. Das heißt, dass die Berufsausbildungszeit so lange unterbrochen wird, bis die Elternzeit vorbei ist und die Auszubildenden mit der Lehre fortfahren möchten. Nach dem Ende der Elternzeit verlängert sich die Ausbildung um die in Anspruch genommene Elternzeit. Weitere Informationen auf den Bundesseiten des Familienportals

Beamtenverhältnis auf Zeit: Beamtinnen oder Beamte auf Zeit können, ähnlich wie beim Mutterschutz, eine Verlängerung ihres Dienstverhältnisses im Geschäftsbereich Personal beantragen. Diese Verlängerung erfolgt in dem Umfang, in dem die Beamtin oder der Beamte aufgrund der Elternzeit nicht erwerbstätig war. Auch muss die Arbeitszeit um mindestens ein Fünftel der regelmäßigen Arbeitszeit verringert worden sein. Insgesamt darf die Verlängerung nicht länger sein als vier Jahre, auch dann nicht, wenn sie mit anderen Verlängerungen zusammentrifft (wie zum Beispiel der Beurlaubung für eine wissenschaftliche Tätigkeit).
Bei einer Verlängerung kann an der CAU zudem der Zeitpunkt der (Zwischen)evaluation bei (Junior)professuren parallel bis zum Ende des Verlängerungsvertrags verschoben werden. Voraussetzung ist die Absprache mit dem zuständigen Dekanat.

Teilzeitarbeit während der Elternzeit

Nach §15 Abs. 4 bis 7 BEEG ist Teilzeitarbeit während der Elternzeit im Umfang von bis zu 30 Wochenstunden möglich und soll 15 Wochenstunden nicht unterschreiten. Die Mindeststundenzahl für Teilzeitarbeit liegt an der CAU abweichend vom BEEG im Umfang von mindestens einer viertel Stelle (ca. 9,6h bei Vollzeit-Tarifbeschäftigten, ca. 10,25h bei Vollzeit arbeitenden Beamt*innen). Besteht vor der Elternzeit bereits Teilzeitarbeit, so kann diese unverändert fortgesetzt werden. Während der Inanspruchnahme der “Partnerschaftsbonusmonate des Elterngelds Plus”, falls diese beantragt werden, muss die Teilzeitarbeit zwischen 25 und 30 Wochenstunden liegen.
Wird in Teilzeit gearbeitet, läuft die Stufenlaufzeit vollumfänglich weiter, auch wenn die Arbeitszeit reduziert wird.

 Auch für Beamt*innen ist eine Reduzierung der Arbeitszeit während der Elternzeit möglich.

Kündigungsregelungen während der Elternzeit

Ab dem Zeitpunkt der Anmeldung der Elternzeit, frühestens jedoch acht Wochen vor Beginn und bis zu deren Ablauf gelten besondere Kündigungsregelungen. Während der Elternzeit kann die CAU grundsätzlich keine Kündigung aussprechen.
Möchte die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer die Elternzeit vorzeitig beenden, ist das nur möglich, wenn die Universität zustimmt. 

Unfallversichert während der Elternzeit

Wird während der Elternzeit (bei 100% Freistellung) ausnahmsweise gearbeitet, z.B. auf Bitte des Arbeitgebers, besteht Unfallversicherungsschutz durch den Arbeitgeber. Dazu hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) eine Mitteilung herausgegeben: weitere Informationen

Änderungen in der Krankenversicherung

Durch die Elternzeit können sich Änderungen hinsichtlich Ihrer Krankenversicherung ergeben. Grundsätzlich sollten Sie sich immer von Ihrer Krankenkasse über mögliche Änderungen beraten lassen, bevor sie Elternzeit beantragen.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zur Elternzeit finden sich in der Broschüre „Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit“ des Bundes, die Sie auch im Familien-Servicebüro erhalten.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet allgemeine Informationen zum Thema Elternzeit.

 

Kontakt und Beratung

Bettina Bolterauer, Telefon: +49 (0)431 880 2019
Celine Pump, Telefon: +49 (0)431 880 5221
E-Mail: familienservice@gb.uni-kiel.de
Fax: +49 (0)431 880 1751
Besuchsadresse: Christian-Albrechts-Platz 4, 24118 Kiel, Raum: 1411
Postadresse: Christian-Abrechts-Universität zu Kiel, Familien-Service, Olshausenstr. 40, 24098 Kiel