Familien-Service

Elterngeld

Elterngeld ist eine finanzielle Unterstützung für Eltern, die ihren Säugling oder ihr Kleinkind selbst erziehen und betreuen. Es schafft einen Ausgleich, falls sich durch die Kindererziehung das Einkommen verringert, ist aber auch für Eltern, die vor der Geburt kein Einkommen hatten.

Elterngeld gibt es in drei Varianten:

  • Basiselterngeld
  • ElterngeldPlus
  • Partnerschaftsbonus

Anspruchsvoraussetzungen

Sowohl Mütter als auch Väter (auch Adoptiveltern, Adoptivpflegeeltern, Stiefeltern u.a.) haben nach der Geburt ihres Kindes Anspruch auf Elterngeld, wenn sie

  • ihr Kind in dieser Zeit selbst betreuen und erziehen,
  • nicht mehr als dreißig Stunden in der Woche erwerbstätig sind,
  • mit ihren Kindern in einem Haushalt leben,
  • einen Wohnsitz beziehungsweise ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland haben,
  • sie keine oder keine volle Erwerbstätigkeit ausüben
  • und mindestens zwei Monate Elterngeld beziehen wollen.


Können Eltern z.B. wegen einer Schwerbehinderung oder Erkrankung ihr Kind nicht selbst betreuen und erziehen, haben Verwandte bis dritten Grades Anspruch auf Elterngeld für dieses Kind, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen.

Möglicher Bezugszeitraum

Der Bezug des Elterngeldes ist durch beide Elternteile nacheinander oder gleichzeitig und auch im Wechsel möglich.

Basiselterngeld:
Ein Elternteil alleine kann Basiselterngeld für mindestens zwei und maximal zwölf Monate beziehen. Nur in einem einzigen Monat Elterngeld zu beziehen ist nicht möglich. Für zusätzliche zwei Monate wird das Elterngeld gezahlt, wenn auch der Partner vom Angebot des Elterngeldes Gebrauch macht und gleichzeitig seine Erwerbstätigkeit reduziert. Den Eltern stehen dann zusammen 14 Monate Elterngeld für die ersten 14 Lebensmonate des Kindes zu. Von diesen 14 Monaten "verbraucht" die Mutter in der Regel zwei Basiselterngeld-Bezugsmonate während der Mutterschutzfrist nach der Geburt. Das Basiselterngeld wird während der Mutterschutzfrist jedoch nur ausgezahlt, wenn kein Mutterschaftsgeld bezogen wird. Die anderen Bezugsmonate können die Eltern frei unter sich aufteilen. Alleinerziehende können 14 Monate lang Basiselterngeld beziehen. Letzteres gilt auch für Elternteile, deren Partnerin oder Partner das Kind, zum Beispiel aufgrund einer schweren Krankheit oder einer Schwerstbehinderung, nicht betreuen kann.

Elterngeld Plus (für ab 01.07.2015 geborene Kinder):
Eltern können statt Basiselterngeld auch Elterngeld Plus beziehen. Auch Kombinationen sind möglich. Es kann für einige Monate Elterngeld und für andere Monate Elterngeld Plus bezogen werden. Elterngeld Plus wird doppelt so lange wie Basiselterngeld ausgezahlt. Ein Basiselterngeldmonat = zwei Eltergeld Plus Monate. Elterngeld Plus Bezug lohnt sich eher, wenn während des Bezugs in Teilzeit gearbeitet wird. Ab dem 15. Lebensmonat des Kindes kann Elterngeld Plus nur noch durchgehend ohne Unterbrechnungen bezogen werden. Die Bezugsmonate während der Mutterschutzfrist sind immer Basiselterngeld-Monate der Mutter und können keine Elterngeld Plus Monate sein.

Partnerschaftsbonus:
Der Bezugszeitraum  kann um vier weitere Monate mit sogenannten Partnerschaftsbonusmonaten verlängert werden. Während dieser vier Monate müssen beide Eltern zwischen 25 und 30 Wochenstunden in Teilzeit arbeiten. Während der Partnerschaftsbonusmonate kann nur Eltergeld Plus bezogen werden. Ein Bezug von Basiselterngeld ist nicht möglich, auch wenn die Bezugsmonate in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes liegen. Auch Alleinerziehende können die Partnerschaftsbonusmonate in Anspruch nehmen.

Höhe des Elterngeldes

Grundsätzlich erhalten alle berechtigten Eltern einen Mindestbetrag von 300 € Basiselterngeld. Dieser wird für die ersten 12 oder 14 Lebensmonate des Kindes gezahlt (oder entsprechend 150 € Elterngeld Plus für 24 (28) Monate). Die Auszahlung ist unabhängig davon, ob Eltern vor der Geburt erwerbstätig waren oder nicht, also auch für Hausfrauen und -männer, Studierende und Geringverdiener. Das Elterngeld wird in Höhe des Mindestbetrags grundsätzlich nicht als Einkommen bei anderen Sozialleistungen berücksichtigt. Das Elterngeld erhöht sich, wenn Eltern vorher erwerbstätig waren.

Basiselterngeld:
Erwerbstätige Eltern, die ihr Berufsleben unterbrechen oder ihre Arbeitszeit auf höchstens dreißig Stunden in der Woche reduzieren, können Elterngeld in Höhe von mindestens 65 Prozent des wegfallenden Nettoeinkommens erhalten. Maßgebend für die Berechnung ist grundsätzlich das steuerpflichtige Durchschnitts-Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes. Dabei werden jedoch Monate mit z.B. Krankengeldbezug (kein steuerpflichtiges Einkommen) nicht mit einbezogen, Monate mit Beschäftigungsverbot während der Schwangerschaft (steuerpflichtiges Einkommen) schon. Das Elterngeld beträgt stets mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro monatlich. Bei Familien mit mehr als einem Kind kann sich das Elterngeld erhöhen. Eltern bei denen kein Einkommen weg fällt, weil sie vor der Geburt nicht gearbeitet haben, erhalten ebenfalls Elterngeld in Höhe des Mindestbetrags von 300 €.

Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus:
Als Faustregel beträgt Eltergeld Plus maximal die Hälfte des Basiselterngeld-Betrags, mindestens jedoch 150 € und maximal 900 € monatlich. Dafür verlängert sich der Bezugszeitraum um das Doppelte: Ein Basiselterngeldmonat = zwei Eltergeld Plus Monate. Während der Partnerschaftsbonusmonate wird immer Elterngeld Plus ausbezahlt. Der Bezug von Elterngeld Plus lohnt sich eher bei Teilzeitarbeit, jedoch muss die Familie prüfen, ob das insgesamt erwirtschaftete Familieneinkommen mit Elterngeld Plus Bezug ausreichend ist.

Spezielle Informationen der Bundesregierung zum Elterngeld Plus unter diesem Link www.elterngeld-plus.de

Elterngeldrechner:
Mit dem Elterngeld-Rechner des Bundes lässt sich das Elterngeld ungefähr ermitteln. Es ist ratsam hier verschiedene Modelle durchzurechnen, um herauszufinden welche Art von Eltergeld und auch Kombinationen davon für die Familie am günstigsten ist: Elterngeldrechner

Anrechnung von Teilzeit-Gehalt auf das Elterngeld

Bei Teilzeitarbeit während der Elternzeit wird das Einkommen voll auf das Elterngeld angerechnet. Das Elterngeld wird dann aus dem Betrag berechnet, der nach Abzug des Teilzeit-Gehalts vom vorherigen steuerpflichtigen Netto-Durchschnittsgehalt übrig bleibt.

Anrechnung von Mutterschaftsgeld auf das Elterngeld

Das Mutterschaftsgeld einschließlich der Arbeitgeberzuschüsse wird auf das Elterngeld der Mutter voll angerechnet und kommt vorrangig zur Auszahlung. Basiselterngeld oder Elterngeld-Plus wird daneben nicht ausgezahlt. Jedoch werden die ersten beiden Lebensmonate des Kindes trotzdem als verbrauchte Basiselterngeld-Bezugsmonate der Mutter gewertet.

Bezug von Elterngeld, wenn ein befristeter Arbeitsvertrag im Bezugszeitraum ausläuft

Läuft ein befristeter Arbeitsvertrag während des Elterngeldbezugs aus, so kann weiterhin Elterngeld in der vorher berechneten Höhe bezogen werden.

Elterngeld für Nicht-EU-Bürger

Bei nicht-EU-Bürgern ist die Berechtigung Elterngeld zu erhalten vom Aufenthaltsstatus und von zwischenstaatlichen Abkommen abhängig. Die Hochschulrekrorenkonferenz hat ein Faltblatt herausgegeben, in der die jeweiligen Berechtigungen zum Aufenthaltstitel dargestellt werden. Das Faltblatt kann auf der Seite der Hochschulrektorenkonferenz heruntergeladen werden: Faltblatt Hochschulrektorenkonferenz

Antragstellung

Der Antrag auf Elterngeld sollte unmittelbar nach der Geburt des Kindes beim Landesamt für soziale Dienste gestellt werden, denn rückwirkende Zahlungen werden nur für die letzten drei Monate vor Beginn des Antragsmonats geleistet. Jeder Elternteil kann für sich einmal einen Antrag stellen. Mit diesem Antrag werden die Anzahl und die Lage der Bezugsmonate festgelegt. Diese können nur in besonderen Härtefällen geändert werden.

Hier gelangen sie direkt zur Seite des Landesamts für soziale Dienste und dem  Antragsformular für Elterngeld

Weitere Informationen

Informationen zum Bundeseltergeld- und Elternzeitgesetz des Landesamts für soziale Dienste Schleswig-Holstein: Informationsblatt

Informationen gibt die  zuständigen Elterngeldstelle

Auf den Bundesseiten finden Sie Informationen zum Elterngeld und die Broschüre Elterngeld, Elterngeld Plus und Elternzeit

 

Kontakt und Beratung

Bettina Bolterauer, Telefon: +49 (0)431 880 2019
Celine Pump, Telefon: +49 (0)431 880 5221
E-Mail: familienservice@gb.uni-kiel.de
Fax: +49 (0)431 880 1751
Besuchsadresse: Christian-Albrechts-Platz 4, 24118 Kiel, Raum: 1411
Postadresse: Christian-Abrechts-Universität zu Kiel, Familien-Service, Olshausenstr. 40, 24098 Kiel